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Wurzelwolle: Handgesponnenes aus den Alpen

Katherine LaClair hält eine Stützspindel in der Hand und dreht sie zwischen den Fingern. Was vor fünf Jahren als Neugier begann, ist heute ihr Weg, Wolle wieder mit der Landschaft zu verbinden, aus der sie kommt.

Vom Zuschauen zum Selberspinnen

Es fing mit Videos an. Frauen, die Wolle zu Fäden spannen, ein Handwerk, das Jahrtausende alt ist. Katherine wollte wissen, was vor dem fertigen Garn passiert. Wo die Wolle herkommt. Wie sie verarbeitet wird. Ein Jahr lang schaute sie zu, dann kaufte sie ihre erste Spindel, eine geschnitzte Stützspindel, und trat der Handspinn-Gilde bei. „Bald hatte ich mein erstes Knäuel handgesponnenes Garn, und schon war ich dem Spinnfieber verfallen.“

Doch es blieb nicht beim Hobby. Je länger sie spann, desto klarer wurde ihr: Hier geht es um mehr. Um regenerative Systeme, um eine textile Infrastruktur, die unabhängig ist. Um Lebensweisen, die seit der Industrialisierung verloren gingen. Mit Wurzelwolle bringt sie beides zusammen: das Handwerk und den Wunsch, etwas zu verändern.

Wolle, die Böden und Menschen nährt

Katherine arbeitet mit Wolle von Bergschafen aus den deutschen und österreichischen Alpen. Die Schafe und ihre Schäfer erhalten eine Landschaft, die artenreich und kulturell bedeutsam ist. Die Wolle wird im Ötztaler Schafwollzentrum Regensburger gesammelt, aufbereitet und gefärbt. Dort kauft sie sie zu Preisen, die den Erzeugern ein Auskommen sichern. Über 400 Kleinbauern liefern hier ihre Wolle an, ein Netzwerk, das Böden gesund hält und Tiere gut leben lässt.

„Mein Ziel ist es, dass Wurzelwolle Teil eines Wandels wird, der eine Zukunft mitgestaltet, auf die wir uns alle freuen können.“ Ein Satz, der nach mehr klingt als nach Garn. Doch genau das ist es: Jeder Strang ist ein Stück dieser Vision. Verwurzelt in der Region, handgesponnen, ohne Umwege.

Ein Garn, das nach Heimat klingt

Ihr Herzensprodukt heißt „Isar“. Ein fraktales Garn in Türkis- und Brauntönen, inspiriert vom klaren Wasser des Flusses, der durch ihre Heimat fließt. „Es verwurzelt meine Arbeit hier und ermöglicht mir, meine Wertschätzung für die natürliche Schönheit dieses Ortes zu teilen.“

Der Name Wurzelwolle passt. Er steht für Textilien, die wieder mit dem Ort verbunden sind. Für ökonomische Systeme, die Teil der Natur sind, statt nur Ressourcen zu entnehmen. Alles, was sie anbietet, ist zu 100 Prozent regional produziert, vom Schaf bis zum fertigen Strang. Der Vertrieb bleibt bewusst auf Deutschland beschränkt, eine Expansion nur innerhalb der DACH-Region geplant.

Mehr über Wurzelwolle und ihre handgesponnenen Garne findest du im Verzeichnis.

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