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Spindlerhof: Wo Färberpflanzen zwischen Pferden und Wolle wachsen

Liebstadt in Sachsen. Hier steht ein Hof, auf dem Pferde früher die Hauptrolle spielten. Jetzt teilen sie sich die Bühne mit Schafen, Färberpflanzen und einem Plan, der langsam Gestalt annimmt. Alexandra Spindler nennt es ihren zweiten Frühling.

Vom Strickfaden zum eigenen Färbergarten

Seit 45 Jahren strickt Alexandra. Irgendwann kam das Spinnen dazu, dann das Weben, schließlich das Färben. Jetzt, mit Ende 50, packt sie alles in einen Topf: den Gemüseanbau, den sie mit ihrem Mann betreibt, die Färberpflanzen, die sie seit diesem Jahr anbaut, und die Wolle seltener Schafrassen. „Ende diesen Jahres werde ich aus meinem bisherigen Beruf aussteigen und mich nur noch auf die Arbeit auf dem Hof konzentrieren“, sagt sie. Der Spindlerhof wird zum Vollzeitprojekt, und zum Ort, an dem aus Pflanzen Farben für Garne entstehen, die sonst kaum jemand anbietet.

Alpines Steinschaf, Coburger Fuchsschaf, Rauhwolliges Pommersches Landschaf: Die Liste liest sich wie ein Who’s who der bedrohten Rassen. Alexandra hat ein besonderes Faible für die Wolle des Pommerschen Landschafs. „Sofern sie richtig versponnen wurde, den Vergleich mit Shetlandwolle, Islandwolle oder Kent-Romeny nicht scheuen muss“, erklärt sie. Der Hof will nicht nur verkaufen, sondern auch zeigen, wie aus Rohwolle ein fertiges Stück wird. Ab nächstem Jahr soll es Workshops geben, vom Schaf zum Schal, wie es im Programm heißt. Einige Kurse finden nicht einmal auf dem Hof statt, sondern im nahegelegenen Schloss Kuckuckstein. „Da wir auch den Tourismus in unserer Region damit ankurbeln wollen“, sagt Alexandra.

Ein Hofladen, der noch wächst

Noch ist vieles im Aufbau. Die Färberpflanzen dieses Jahr sind der erste Schritt. Der Shop, in dem die pflanzengefärbten Garne verkauft werden sollen, nimmt langsam Form an. Neben der Wolle heimischer Rassen wird es auch Merino, Seide, Alpaka und Ramie geben, und Sockenwolle mit Polyamid. Der Spindlerhof setzt auf Regionalität, ohne sich einzuschränken. „Wir arbeiten eng mit Hotels und Ferienwohnungsbetreibern zusammen“, erzählt Alexandra. Die Idee: Eventwochenenden rund um Wolle, bei denen Gäste nicht nur lernen, sondern auch die Gegend erkunden können.

Drei Worte, die den Hof beschreiben sollen? Alexandra sagt: regional, bodenständig, und ein drittes, das sie selbst nennt, aber das hier nicht steht. Der Spindlerhof ist kein fertiges Bild. Er ist ein Prozess, bei dem jedes Jahr neue Pflanzen, neue Kurse und neue Garne dazukommen. Wer wissen will, wie es weitergeht, findet mehr über den Betrieb im Verzeichnis.

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