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Wiesenwolle: Wenn München Schafe strickt

Yvonne Krause hat 1,8 Tonnen Wolle gerettet. Nicht mit einem Lastwagen, sondern mit einem Spaziergang. Die Schafe standen schon da, auf der Panzerwiese im Münchner Norden. Die Idee kam später.

Die Wolle lag schon auf der Wiese

Es war 2023, als Yvonne beim Gehen plötzlich Besitzerin von 600 Merino-Landschafen wurde, zumindest ihrer Wolle. Die Tiere grasen auf einem Naturschutzgebiet und halten das Gras kurz. Ihre Wolle? Wird meistens entsorgt. „Viel zu schade für diesen tollen Rohstoff“, dachte sie. Also sortierte, wusch und spann sie. Als die ersten Stränge in ihren Händen lagen, war das „einfach ein wahnsinnig tolles Gefühl“.

Die Wolle riecht nach Schaf und nach dem Wind, der über die Wiese weht. Sie ist rau, aber anschmiegsam. „Strickstücke aus der Wiesenwolle werden dich eher nicht ins Edel-Restaurant begleiten“, sagt Yvonne. Aber sie wärmen beim Novemberspaziergang oder auf dem Sofa, wenn du noch etwas über den Schlafanzug ziehen magst.

Stricken als Nebenbei-Projekt

Yvonne lebt mit ihrer Familie im Münchner Norden. Ursprünglich kommt sie aus dem Allgäu, aber die Stadt hat sie behalten. Stricken hat sie von ihrer Mutter gelernt. Heute sitzt sie selten irgendwo, ohne zu stricken, auch nicht in Meetings. „Ich bin einfach konzentrierter, wenn meine Hände etwas zu tun haben.“

Das Vorgarn mag sie besonders. Es verbindet die Robustheit der Schafwolle mit der Fluffigkeit der puren Fasern. Und es erzählt die Geschichte der Wiesenwolle: warm, ehrlich, nachhaltig. Die Schäferin bekommt jetzt Geld für die Wolle, statt für die Entsorgung zu zahlen. Vielleicht kann sie irgendwann wieder in die Qualität ihrer Herde investieren.

Mehr als ein Garn

Die Wiesenwolle ist ein Nebenprojekt. Ein großes, das nebenbei entstanden ist. Aber eines, das zeigt, was passiert, wenn man Bedenken über Bord wirft und einfach anfängt. Die Wolle ist nicht perfekt. Sie ist echt.

Mehr über die Wiesenwolle und Yvonne findest du im Verzeichnis.

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