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Waldschaf: Wo heimische Wolle eine zweite Chance bekommt

Janine Kratzer steht in Hessen vor einem Berg Wolle, den ein Schäfer sonst hätte entsorgen müssen. 80 Kilo. Sie nimmt sie mit, und beginnt, daraus etwas zu machen. Heute ist Waldschaf schon eine Weile im Verzeichnis, aber noch immer kämpft sie dafür, dass heimische Wolle nicht als Abfall endet.

Vom Bock zur Wolle

Alles fing mit einem Bock an. Janine wollte ihn für ihre Ouessant-Schafe ausleihen. Der Schäfer fragte, ob sie stattdessen seine Wolle nehmen wolle. „Ich war schockiert, dass so ein wertvoller Rohstoff einfach keinen Wert mehr hatte“, sagt sie. Seitdem sammelt sie Wolle bei kleinen Betrieben in der Region. Sie zahlt den Schäfern einen guten Kurs, damit die Schur wenigstens einen Teil der Kosten deckt. Die Wolle ist nicht so weich wie Merino, aber robust, ideal für Outdoor-Strickstücke, Taschen oder Hüte.

Farben aus der Natur

Janine färbt die Wolle mit Pflanzen, die sie selbst sammelt oder aus regionalen Rohstoffen gewinnt. Jedes Garn wird so zum Unikat. „Ich kenne jedes Schaf bei der Schur“, erzählt sie. Besonders stolz ist sie auf den Hinnawäldler, eine Fasermischung, die sie aus der Wolle „ihrer“ Schafe herstellt. Die Farben sind sanft, inspiriert von der Natur um sie herum. Verpackt wird alles in Papier und Pappe, auch hier setzt sie auf Materialien, die keine Spuren hinterlassen.

Heimisch, Herz und Vision

Bei Waldschaf geht es um mehr als Wolle. Es ist eine Vision: heimische Rohstoffe wieder wertschätzen, Handwerk erhalten, faire Bedingungen schaffen. Die Wolle kommt von Schafen aus der Region, die Verarbeitung findet in Deutschland statt. Mulesing-frei, ohne Umwege. Janine sagt: „Wolle sollte nicht als Müll enden.“ Und so gibt sie ihr eine zweite Chance, mit Herz und einem klaren Ziel.

Mehr über Waldschaf und ihre Arbeit findest du im Verzeichnis.

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